Ein lauter Knall, dazu das Gefühl, als hätte jemand von hinten gegen die Wade getreten, und plötzlich lässt sich der Fuß nicht mehr kraftvoll abrollen: So beschreiben viele Betroffene den Moment, in dem die Achillessehne reißt. Ein Achillessehnenriss trifft Spitzensportler und Spitzensportlerinnen ebenso wie Hobbysportler und Hobbysportlerinnen. Untersuchungen zeigen, dass er gravierende Auswirkungen auf die sportliche Leistungsfähigkeit haben und im schlimmsten Fall sogar das Karriereende bedeuten kann.

Die Achillessehne: Stark, aber anfällig

Die Achillessehne verbindet die Ferse mit der Wadenmuskulatur und ist die dickste und stärkste Sehne unseres Körpers. Dennoch ist sie besonders anfällig für Verletzungen. Vor allem durch eine plötzliche Überlastung, zum Beispiel beim schnellen Antritt, beim Absprung oder bei einer abrupten Landung, kann sie akut reißen.

Zu den Risikogruppen zählen in erster Linie Männer über 30 und aktive Sportler und Sportlerinnen, besonders wenn sie nur gelegentlich, dann aber intensiv Sport treiben. Ab dem 50. Lebensjahr steigt das Risiko eines Risses auch bei Frauen und weniger aktiven Personen deutlich an. Auch bestimmte Antibiotika (Fluorchinolone) und Kortisonspritzen im Bereich der Sehne können das Risiko erhöhen.¹

Häufig wird der Riss durch Vorschäden begünstigt. Eine länger bestehende Achillessehnenentzündung oder Verschleiß schwächen die Sehne, verursachen teilweise aber nur wenig oder gar keine Schmerzen, sodass die Gefahr eines Risses nicht rechtzeitig wahrgenommen wird.

Woran erkennt man einen Achillessehnenriss?

Typische Anzeichen sind:

  • Knall oder Peitschenschlag: Viele hören oder spüren im Moment der Verletzung einen deutlichen Knall.
  • Gefühl eines Tritts: Es fühlt sich an, als hätte jemand von hinten gegen die Wade getreten.
  • Kraftverlust: Auf dem verletzten Bein ist es nicht mehr möglich, sich auf die Zehenspitzen zu stellen.
  • Delle: Oberhalb der Ferse ist manchmal eine Lücke in der Sehne tastbar, dazu kommt eine Schwellung.

Wichtig: Viele Betroffene können nach einem Achillessehnenriss noch gehen, wenn auch hinkend, weil andere Muskeln den Fuß teilweise mitbewegen. Deshalb wird ein Riss nicht selten für eine Zerrung gehalten. Bei Verdacht sollten Sie sich daher rasch ärztlich untersuchen lassen.

Diagnose und Behandlung eines Achillessehnenrisses

Bei Verdacht auf einen Achillessehnenriss kann der Arzt oder die Ärztin den Riss meist schon mit einem einfachen Test bestätigen: Beim Zusammendrücken der Wade bewegt sich der Fuß bei intakter Sehne leicht nach unten, bei einem Riss bleibt diese Bewegung aus. Zusätzlich werden bildgebende Verfahren wie Ultraschall oder MRT eingesetzt.

Die Behandlung erfolgt:

  • Operativ: Bei einer Operation wird die Sehne mit einer speziellen Nahttechnik wiederhergestellt.
  • Konservativ: Die Sehnenenden wachsen ohne Operation wieder zusammen. Dafür wird der Fuß in einem speziellen Schuh mit erhöhter Ferse ruhiggestellt.

Nach beiden Methoden wird der Spezialschuh etwa sechs bis acht Wochen getragen, danach folgt ein schrittweiser Belastungsaufbau mit Physiotherapie. Bis die Sehne wieder voll belastbar ist, vergehen meist sechs bis zwölf Monate.

Große Studien zeigen, dass beide Methoden nach einem Jahr zu ähnlich guten Ergebnissen führen.² Nach einer Operation reißt die Sehne seltener erneut, dafür kommen Wundheilungsstörungen, Infektionen oder Nervenreizungen häufiger vor.² ³ Welche Behandlung im Einzelfall passt, hängt unter anderem vom Alter, vom sportlichen Anspruch und von der Art des Risses ab und wird gemeinsam mit dem Arzt oder der Ärztin entschieden. Bei Leistungssportlern und Leistungssportlerinnen wird häufig operiert.

Rückkehr zum Sport nach einem Achillesehnenriss

Eine Rückkehr zu sportlichen Aktivitäten wie Radfahren oder Schwimmen ist meist nach etwa drei Monaten möglich, lockeres Laufen nach etwa vier bis sechs Monaten. Sportarten, die abruptes Stoppen und Starten erfordern, wie Tennis oder Fußball, brauchen jedoch eine deutlich längere Erholungsphase von meist neun bis zwölf Monaten.

Wie erwähnt, kann ein Achillessehnenriss weitreichende Konsequenzen für die sportliche Karriere haben. Häufig bleibt die Wadenmuskulatur auf der verletzten Seite dauerhaft etwas schwächer, was sich gerade bei Sprung- und Sprintbelastungen bemerkbar macht.

Vorbeugung durch gezieltes Training

Eine Verletzung der Achillessehne lässt sich nicht immer vermeiden, doch durch gezieltes Training können Risiken reduziert werden. Bei ersten Beschwerden im Bereich der Sehne wird eine Schonung von ca. 2 Wochen empfohlen, um Überlastungen zu vermeiden.

Spezielle Kräftigungs- und Dehnungsübungen, insbesondere für die Wadenmuskulatur, sind unerlässlich. Passende Übungen mit Anleitung finden Sie in unserem Beitrag Übungen für die Achillessehne und Wade. Eine starke Rumpfmuskulatur kann zudem zu einem stabilen Becken und einem saubereren Bewegungsablauf beitragen. Auch das Aufwärmen vor dem Sport sollte nicht vernachlässigt werden, um eine Saison ohne Verletzungen zu überstehen. Wie Sehnen auf Training reagieren, lesen Sie in unserem Beitrag Sehnentraining.

Im Alltag kann man einiges tun, um die Sehnen gesund zu erhalten bzw. um gegenzusteuern, wenn die ersten Schmerzen schon spürbar sind. Hier finden Sie diverse Übungsblätter, um Sehnenschmerzen vorzubeugen

Übungen für gesunde Sehnen

Im Alltag kann man einiges tun, um die Sehnen gesund zu erhalten bzw. um gegenzusteuern, wenn die ersten Schmerzen schon spürbar sind.

Hier finden Sie diverse Übungsblätter als PDF-Downloads – inklusive Hinweisen, wie Sie Ihre Sehnen auch über die Nährstoffversorgung unterstützen können.

Zu den Übungsblättern

Auch die Ernährung spielt eine Rolle

Die Achillessehne wird vergleichsweise schwach durchblutet. Neben gezieltem Training ist daher eine gute Versorgung über die Ernährung wichtig:

  • Vitamin C trägt zu einer normalen Kollagenbildung für eine normale Funktion von Knochen und Knorpel bei. Zitrusfrüchte, Paprika und Beeren sind besonders reich an Vitamin C.
  • Mangan trägt zu einer normalen Bindegewebsbildung bei und hilft, die Zellen vor oxidativem Stress zu schützen. Gute Quellen sind Vollkornprodukte, Nüsse, Hülsenfrüchte und grünes Blattgemüse wie Spinat.
  • Vitamin D trägt zur Erhaltung normaler Knochen und einer normalen Muskelfunktion bei. Der Körper bildet es vor allem mithilfe von Sonnenlicht.
  • Eiweiß trägt zur Erhaltung und Zunahme der Muskelmasse bei, zum Beispiel wenn die Wadenmuskulatur nach einer längeren Ruhigstellung wieder aufgebaut wird. Gute Quellen sind Fisch, Eier, Milchprodukte, Hülsenfrüchte und mageres Fleisch.

Wenn Sie Ihre Ernährung gezielt ergänzen möchten: LAOLI® V – Sehne enthält Vitamin C und Mangan sowie Kollagen Typ 1, Glucosamin, Chondroitin und MSM und wurde gemeinsam mit Sportorthopäde Dr. Ulrich Lanz entwickelt.

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Die speziell entwickelte Nährstoffkombination enthält unter anderem Mangan, das zu einer normalen Bindegewebsbildung beiträgt. Zum Bindegewebe gehören auch Sehnen und Bänder.

Fazit: Vorbeugung ist der Schlüssel zum Erfolg. Ein Achillessehnenriss kann die Karriere von Spitzensportlern und Spitzensportlerinnen erheblich beeinträchtigen und bedeutet auch für Hobbysportler und Hobbysportlerinnen eine lange Pause. Frühzeitiges Erkennen von Beschwerden, gezielte Übungen für Wade und Achillessehne und eine gute Saisonvorbereitung helfen, das Risiko zu senken und die Leistungsfähigkeit langfristig zu erhalten.

Häufig gestellte Fragen zum Achillessehnenriss

Woran merke ich, dass meine Achillessehne gerissen ist?

Typisch sind ein Knall im Moment der Verletzung, das Gefühl eines Tritts gegen die Wade und ein plötzlicher Kraftverlust: Auf dem verletzten Bein können Sie sich nicht mehr auf die Zehenspitzen stellen. Oft ist oberhalb der Ferse eine Delle tastbar.

Kann man mit einem Achillessehnenriss noch gehen?

Ja, oft ist Gehen noch möglich, wenn auch hinkend, weil andere Muskeln den Fuß teilweise mitbewegen. Genau deshalb wird ein Riss manchmal für eine Zerrung gehalten. Bei Verdacht sollten Sie rasch ärztlich abklären lassen, denn je früher behandelt wird, desto besser.

Wie lange dauert es, bis man nach einem Achillessehnenriss wieder Sport machen kann?

Radfahren und Schwimmen sind meist nach etwa drei Monaten wieder möglich, lockeres Laufen nach etwa vier bis sechs Monaten. Für Sportarten mit schnellen Richtungswechseln wie Tennis oder Fußball braucht die Sehne meist neun bis zwölf Monate.

Welche Nährstoffe braucht die Achillessehne?

Sehnen bestehen zum Großteil aus Kollagen. Vitamin C trägt zu einer normalen Kollagenbildung für eine normale Funktion von Knochen und Knorpel bei, Mangan zu einer normalen Bindegewebsbildung. LAOLI® V – Sehne enthält diese beiden Nährstoffe, ergänzt um Kollagen Typ 1, Glucosamin, Chondroitin und MSM, und wurde gemeinsam mit Sportorthopäde Dr. Ulrich Lanz entwickelt. Zum Produkt.

Quellen

1 Alves C et al. Fluoroquinolones and the risk of tendon injury: a systematic review and meta-analysis. Eur J Clin Pharmacol 2019;75:1431–1443. https://doi.org/10.1007/s00228-019-02713-1

2 Myhrvold SB et al. Nonoperative or Surgical Treatment of Acute Achilles‘ Tendon Rupture. N Engl J Med 2022;386:1409–1420. https://doi.org/10.1056/NEJMoa2108447

3 Ochen Y et al. Operative treatment versus nonoperative treatment of Achilles tendon ruptures: systematic review and meta-analysis. BMJ 2019;364:k5120. https://doi.org/10.1136/bmj.k5120