Das Springerknie, medizinisch Patellaspitzensyndrom, ist eine häufige Überlastungsbeschwerde der Patellasehne. Diese Sehne verbindet die Kniescheibe mit dem Schienbein und überträgt die Kraft des vorderen Oberschenkelmuskels: Bei jedem Sprung, jeder Landung und jedem Antritt. Betroffen sind vor allem Menschen, die viel springen, abbremsen oder die Richtung wechseln, etwa beim Volleyball, Basketball, Handball oder Fußball, aber auch beim Laufen. Wird ein Springerknie nicht rechtzeitig erkannt und behandelt, kann es zu langen Sportpausen führen. Daher ist es wichtig, schon bei den ersten Anzeichen zu reagieren, um eine Verschlimmerung der Beschwerden zu verhindern und den Heilungsprozess zu beschleunigen..
Springerknie, Läuferknie oder Kniescheibenschmerz?
Im Alltag werden diese drei Begriffe oft verwechselt, obwohl sie unterschiedliche Beschwerden beschreiben:
- Springerknie (Patellaspitzensyndrom): Schmerzen direkt unterhalb der Kniescheibe, an der Patellasehne.
- Läuferknie (Iliotibialband – Syndrom): Schmerzen an der Außenseite des Knies, ausgelöst durch einen gereizten Bindegewebsstreifen an der Außenseite des Oberschenkels. Typisch beim Laufen und Radfahren.
- Kniescheibenschmerz (patellofemorales Schmerzsyndrom): Schmerzen rund um oder hinter der Kniescheibe, oft beim Treppabgehen oder nach längerem Sitzen mit gebeugten Knien.
Wir haben das Springerknie genauer unter die Lupe genommen. Nachstehend finden Sie die häufigsten Ursachen, typische Symptome sowie hilfreiche Tipps zur Vorbeugung und Behandlung.
Ursachen des Springerknies
Das Springerknie entsteht vor allem durch eine Überlastung der Patellasehne. Zu den häufigsten Ursachen zählen:
- Zu schnelle Trainingssteigerung: Plötzlich mehr oder intensiveres Training überfordert die Sehne, die sich langsamer anpasst als die Muskulatur.
- Wiederholte Sprünge und Stoßbelastungen: Springen, Landen und abruptes Abbremsen belasten die Patellasehne besonders stark.
- Schwache oder unausgeglichene Muskulatur: Ist die Oberschenkel- oder Hüftmuskulatur zu schwach, wird die Belastung nicht gleichmäßig verteilt und die Sehne muss mehr abfangen.
- Fehlstellungen des Beins: X-Beine, O-Beine oder Fußfehlstellungen können das Knie ungleichmäßig belasten.
- Harte oder unebene Untergründe: Training auf harten Böden oder unebenem Terrain erhöht die Stoßbelastung.
- Ungeeignetes Schuhwerk: Schuhe ohne ausreichende Dämpfung oder Stabilität belasten das Knie zusätzlich.
Typische Symptome sind:
- Schmerzen direkt unterhalb der Kniescheibe, oft gut mit dem Finger zu lokalisieren und druckempfindlich
- Schmerzen beim Springen, Landen, Treppensteigen oder in der Hocke
- Anlaufschmerz: Die Beschwerden sind morgens oder zu Beginn einer Aktivität stärker und lassen beim Aufwärmen zunächst nach
- In späteren Stadien Schmerzen auch nach der Belastung oder im Alltag
- Nachlassende Sprungkraft und Leistung
- Gelegentlich eine leichte Schwellung nach intensiver Belastung
Springerknie vorbeugen:
- Aufwärmen: Wärmen Sie sich vor jedem Training auf, um Muskeln und Sehnen auf die Belastung vorzubereiten.
- Kräftigung: Trainieren Sie gezielt die Oberschenkelmuskulatur (Vorder- und Rückseite) sowie die Hüftmuskulatur, um das Knie zu stabilisieren. Wie Sehnen auf gezieltes Krafttraining reagieren, lesen Sie im Beitrag Sehnentraining: Die dort beschriebene „Berliner Methode“ wurde unter anderem für die Patellasehne entwickelt.
- Langsame Steigerung: Erhöhen Sie Umfang und Intensität schrittweise, damit sich die Sehne anpassen kann.
- Richtige Technik: Achten Sie auf eine saubere Sprung-, Lande- und Lauftechnik.
- Geeignetes Schuhwerk: Gut dämpfende, stabile Schuhe verteilen die Belastung gleichmäßiger.
- Dehnen: Regelmäßiges Dehnen nach dem Training hält die Muskulatur geschmeidig.
- Pausen: Planen Sie ausreichend Erholung zwischen belastenden Einheiten ein.
Springerknie behandeln
Die Behandlung richtet sich nach dem Stadium der Beschwerden. Häufig wird das Springerknie in vier Grade eingeteilt:
- Grad 1: Schmerzen treten direkt nach dem Sport auf, verschwinden aber in Ruhephasen.
- Grad 2: Schmerzen treten sowohl vor als auch nach der sportlichen Aktivität auf, beeinträchtigen jedoch nicht die sportliche Leistung.
- Grad 3: Schmerzen sind immer spürbar, auch im Ruhezustand oder bei alltäglichen Aktivitäten wie einem Spaziergang.
- Grad 4: Die Patellasehne ist gerissen, und es ist nicht mehr möglich, das Knie zu strecken.
Selbsthilfemaßnahmen zu Hause
- Belastung anpassen: Reduzieren Sie vor allem Sprünge und Bewegungen, die schmerzen. Komplette Ruhe ist meist nicht nötig, da die Sehne angepasste Belastung braucht, um zu heilen.
- Alternativtraining: Übergangsweise können Sie auf schonendere Sportarten wie Radfahren oder Schwimmen ausweichen.
- Kühlen: Kälte kann nach der Belastung Schmerzen und Schwellung lindern.
- Schmerzmittel: Entzündungshemmende Mittel wie Ibuprofen oder Diclofenac können kurzfristig und nach ärztlicher Rücksprache Schmerzen lindern. Da beim Springerknie meist die Überlastung der Sehne im Vordergrund steht und weniger eine klassische Entzündung, ersetzen sie die Belastungsanpassung nicht.
- Bandage: Ein elastischer Verband oder eine spezielle Patellasehnenbandage kann das Knie stützen und die Sehne bei Belastung etwas entlasten.
Weitere Behandlungsoptionen
- Physiotherapie und gezieltes Krafttraining: Ein langsam gesteigertes Kräftigungsprogramm für die Oberschenkelmuskulatur, zum Beispiel mit Halteübungen oder langsamen Kniebeugen, gilt als eine der wichtigsten Behandlungen beim Springerknie. Es sollte unter physiotherapeutischer Anleitung erfolgen.
- Manuelle Therapie: Spezielle Techniken können Bewegungseinschränkungen lösen und die muskuläre Balance verbessern.
- Orthopädische Hilfsmittel: Bei Fehlstellungen von Fuß oder Knie können Einlagen die Belastung gleichmäßiger verteilen.
- Stoßwellen- und LASERrtherapie: Sie sollen Durchblutung und Stoffwechsel im Gewebe anregen und so die Heilung unterstützen. Die Studienlage ist uneinheitlich; eingesetzt werden sie vor allem bei hartnäckigen Beschwerden.
- Eigenbluttherapie: Aufbereitetes Eigenblut (plättchenreiches Plasma) wird in die betroffene Sehne gespritzt, um die körpereigene Heilung anzuregen.
- Operation: Wenn alle konservativen Maßnahmen ausgeschöpft sind und keine Besserung bringen, kann eine Operation in Betracht gezogen werden.
Nährstoffe und Springerknie
Die Patellasehne setzt an der Spitze der Kniescheibe an, ein Übergang von Sehne zu Knochen, der vergleichsweise schwach durchblutet ist und trotzdem bei jedem Sprung hohe Kräfte aushalten muss. Umso wichtiger ist eine gute Versorgung über die Ernährung:
- Eiweiß: Sehnen bestehen zu einem großen Teil aus Kollagen, also aus Eiweiß; außerdem trägt Eiweiß zur Erhaltung und Zunahme der Muskelmasse bei. Quellen: mageres Fleisch, Fisch, Eier, Milchprodukte und Hülsenfrüchte.
- Mangan: Trägt zu einer normalen Bindegewebsbildung und zur Erhaltung normaler Knochen bei. Quellen: Nüsse, Haferflocken, Vollkornprodukte und grünes Blattgemüse.
- Vitamin C: Trägt zu einer normalen Kollagenbildung für eine normale Funktion von Knochen und Knorpel sowie zu einer normalen Funktion des Immunsystems bei. Quellen: Zitrusfrüchte, Paprika und Brokkoli.
Mehr dazu lesen Sie im Beitrag Ernährung bei Sehnenscheidenentzündung.
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Fazit: Das Springerknie (Patellaspitzensyndrom) ist eine häufige Überlastungsbeschwerde der Patellasehne, die vor allem bei Sprung- und Laufsportarten auftritt. Typisch sind Schmerzen direkt unterhalb der Kniescheibe, besonders beim Springen, Treppensteigen und in der Hocke. Wer früh reagiert, die Belastung anpasst und die Oberschenkelmuskulatur gezielt kräftigt, hat gute Chancen, lange Sportpausen zu vermeiden. Aufwärmen, eine langsame Trainingssteigerung, eine saubere Technik und passendes Schuhwerk senken das Risiko. Bei hartnäckigen Beschwerden stehen weitere Therapien bis hin zur Operation zur Verfügung. Mit rechtzeitiger und passender Behandlung können die meisten Betroffenen ihren Sport wieder schmerzfrei ausüben.
Häufig gestellte Fragen zum Springerknie
Was ist der Unterschied zwischen Springerknie und Läuferknie?
Beim Springerknie schmerzt die Patellasehne direkt unterhalb der Kniescheibe. Mit „Läuferknie“ ist meist das Iliotibialband – Syndrom gemeint, bei dem die Außenseite des Knies schmerzt. Die Begriffe werden im Alltag oft verwechselt. Bei Unsicherheit hilft eine ärztliche Untersuchung.
Darf ich mit einem Springerknie weiter Sport machen?
Ganz aufhören ist meist nicht nötig. Reduzieren Sie aber vor allem Sprünge und schmerzhafte Belastungen und weichen Sie auf schonendere Sportarten wie Radfahren oder Schwimmen aus. Als Faustregel gilt: Leichte Schmerzen während der Belastung, die bis zum nächsten Tag wieder abklingen, sind meist unbedenklich; nehmen sie zu, ist die Belastung zu hoch. Stimmen Sie das Training am besten mit Ihrem Physiotherapeuten / Ihrer Physiotherapeutin ab.
Wie lange dauert es, bis ein Springerknie ausgeheilt ist?
Das hängt vom Stadium ab. Leichte Beschwerden bessern sich bei angepasster Belastung oft innerhalb einiger Wochen, hartnäckige Fälle brauchen häufig mehrere Monate gezielter Therapie. Sehnen heilen generell langsam, weil sie nur schwach durchblutet sind.
Welche Nährstoffe sind für die Patellasehne wichtig?
Neben ausreichend Eiweiß tragen Vitamin C und Mangan laut EFSA zu einer normalen Kollagen- bzw. Bindegewebsbildung bei. LAOLI® V – Sehne enthält diese beiden Nährstoffe, ergänzt um Kollagen Typ 1, Glucosamin, Chondroitin und MSM, und wurde gemeinsam mit Sportorthopäde Dr. Ulrich Lanz entwickelt. Zum Produkt