Sehnenscheidenentzündungen entstehen häufig durch Überlastung oder wiederholte Bewegungen und können erhebliche Schmerzen verursachen. Neben den gängigen Behandlungsmethoden, wie Ruhe, Physiotherapie und entzündungshemmende Medikamente, stellt sich oft die Frage, welche Rolle die Ernährung bei einer Sehnenscheidenentzündung spielt. Die Forschung zeigt, dass bestimmte Lebensmittel Entzündungsprozesse im Körper eher fördern, andere sie eher dämpfen können. In diesem Artikel erfahren Sie, welche Lebensmittel und Nährstoffe für Ihre Sehnen wichtig sind und worauf Sie besser verzichten.
Wie die Ernährung eine Sehnenscheidenentzündung beeinflussen kann
Eine entzündungsarme Ernährung kann die Behandlung sinnvoll begleiten, ersetzen kann sie sie nicht. Obst, Gemüse, fettreicher Fisch, Nüsse und Samen liefern Antioxidantien und Omega-3 Fettsäuren. Omega-3 Fettsäuren gelten als entzündungshemmend: Der Körper bildet aus ihnen Botenstoffe, die Entzündungsreaktionen dämpfen und ihr Abklingen unterstützen, wie eine Übersichtsarbeit der University of Southampton zusammenfasst¹. Wie stark sich das auf die Heilung einer Sehnenscheidenentzündung auswirkt, ist allerdings noch wenig untersucht.
Stark verarbeitete Produkte, zuckerhaltige Snacks und bestimmte Fette können Entzündungsprozesse dagegen eher verstärken. Welche Lebensmittel das genau betrifft, lesen Sie weiter unten.
Ernährung bei Sehnenscheidenentzündung: Was Sie essen sollten
Eine ausgewogene Ernährung ist nicht nur für Sehnen und Bänder wichtig, sondern für den ganzen Körper. Diese Lebensmittel sollten regelmäßig auf Ihrem Speiseplan stehen:
Gemüse und Beeren: Brokkoli, Spinat, Grünkohl, Blaubeeren, Himbeeren und Erdbeeren enthalten reichlich Antioxidantien und sekundäre Pflanzenstoffe.
Omega-3 Quellen: Fettreicher Fisch wie Lachs, Makrele, Hering oder Sardinen, außerdem Leinsamen, Walnüsse sowie Lein-, Raps- und Walnussöl. Ein- bis zweimal Fisch pro Woche ist eine gute Richtgröße.
Hochwertiges Eiweiß: Sehnen bestehen zu einem großen Teil aus Kollagen, also aus Eiweiß. Gute Eiweißquellen sind:
- Eier
- Fisch wie Lachs, Sardinen und Makrele
- Mageres Rindfleisch und Geflügel
- Milchprodukte wie Topfen / Quark, Hüttenkäse, Joghurt und Käse
- Meeresfrüchte wie Garnelen und Muscheln
- Hülsenfrüchte wie Linsen, Kichererbsen und Bohnen
- Sojaprodukte wie Tofu und Edamame
- Nüsse und Samen wie Mandeln, Leinsamen und Walnüsse
- Quinoa, Haferflocken und Seitan
Verteilen Sie eiweißreiche Mahlzeiten möglichst über den Tag.
Kalium- und magnesiumreiche Lebensmittel: Avocados, Bananen, Nüsse, Hülsenfrüchte und Vollkornprodukte. Kalium und Magnesium tragen zu einer normalen Muskelfunktion bei.
Knochenbrühe: Sie liefert Gelatine, also gekochtes Kollagen, sowie Mineralstoffe. Dass sie die Sehnen direkt stärkt, ist wissenschaftlich nicht belegt; als eiweißhaltige, wärmende Mahlzeit passt sie aber gut in eine ausgewogene Ernährung.
Was Sie besser meiden sollten
Stark verarbeitete Lebensmittel, Zucker und Weißmehl: Fertigprodukte, abgepackte Snacks, Kuchen, Kekse, Weißbrot, gesüßte Frühstückscerealien, Limonaden und gezuckerte Fruchtsäfte enthalten oft viel Zucker, raffinierte Kohlenhydrate und Salz. Sie lassen den Blutzucker schnell ansteigen; häufige Blutzuckerspitzen und eine solche Ernährungsweise insgesamt werden mit erhöhten Entzündungswerten im Körper in Verbindung gebracht.
Frittiertes und gehärtete Fette: Pommes frites, Donuts und andere frittierte oder industriell gebackene Produkte können Transfette enthalten, die als besonders entzündungsfördernd gelten. In der EU ist der Gehalt an industriell erzeugten Transfetten inzwischen gesetzlich begrenzt; frittierte und stark verarbeitete Produkte bleiben aber die wichtigste Quelle.
Zu viel Omega-6 im Verhältnis zu Omega-3: Omega-6 Fettsäuren sind in kleinen Mengen notwendig. Ein Übermaß, vor allem aus Sonnenblumen-, Maiskeim- oder Distelöl, kann das Gleichgewicht der Fettsäuren im Körper aber zugunsten entzündungsfördernder Botenstoffe verschieben. Greifen Sie in der Küche öfter zu Raps-, Lein- oder Olivenöl.
Alkohol und viel Koffein: Beim Abbau von Alkohol entstehen Stoffe, die den Körper belasten und Entzündungen fördern können; zudem beeinträchtigt Alkohol Schlaf und Regeneration. Auch große Mengen Koffein können den Schlaf stören, der für die Erholung des Körpers wichtig ist.
Eine dauerhaft entzündungsfördernde Ernährung betrifft nicht nur Sehnen und Bänder: Sie wird auch mit einem höheren Risiko für Herz-Kreislauf Erkrankungen, Diabetes und Gelenkerkrankungen in Verbindung gebracht. Es lohnt sich deshalb, diese Lebensmittel zu reduzieren und durch die oben genannten Alternativen zu ersetzen.
Welche Nährstoffe sind für Sehnen und Bänder wichtig?
Vitamin C: Trägt zu einer normalen Kollagenbildung für eine normale Funktion von Knochen und Knorpel bei. Gute Quellen sind Paprika, Brokkoli, Fenchel, Zitrusfrüchte, Kiwi, Hagebutten, schwarze Johannisbeeren und Petersilie.
Mangan: Trägt zu einer normalen Bindegewebsbildung bei; und Sehnen bestehen aus Bindegewebe. Manganreich sind Vollkornprodukte, Haferflocken, Naturreis, Nüsse, Hülsenfrüchte und Leinsamen.
Zink: Trägt zu einer normalen Eiweißsynthese bei und hat eine Funktion bei der Zellteilung. Zinkreich sind Rindfleisch, Geflügel, Meeresfrüchte, Hülsenfrüchte und Vollkornprodukte.
Kollagen: Dieses Strukturprotein ist der Hauptbestandteil von Sehnen und kommt außerdem in Bändern, Faszien, Knochen und der Haut vor. Der Körper bildet Kollagen selbst, vor allem aus den Aminosäuren Glycin, Prolin und Lysin. Mit einer ausgewogenen, eiweißreichen Ernährung versorgen Sie ihn mit diesen Bausteinen.
Glucosamin: Ist ein natürlicher Baustein von Bindegewebe, Sehnen, Bändern, Knorpel und Gelenkflüssigkeit. In üblichen Lebensmitteln kommt es kaum in nennenswerten Mengen vor; gewonnen wird es meist aus den Schalen von Krebstieren.
Chondroitin: Ist ein wichtiger Baustein von Knorpel und Bindegewebe. In der Ernährung steckt es vor allem in knorpelhaltigen Teilen von Fleisch und Fisch, etwa in Knochenbrühe.
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Lebensmittelkombinationen für eine bessere Nährstoffaufnahme
Manche Nährstoffe nutzt der Körper besser, wenn sie mit bestimmten anderen Lebensmitteln kombiniert werden:
Vitamin C und Eisen: Pflanzliches Eisen aus Spinat oder Hülsenfrüchten wird besser aufgenommen, wenn Sie es mit Vitamin-C reichen Lebensmitteln wie Paprika, Zitrusfrüchten oder Brokkoli kombinieren. Zum Beispiel in einem Salat aus Spinat, Paprika und Zitronensaft.
Magnesium und Vitamin D: Magnesium wird im Körper für die Aktivierung von Vitamin D benötigt, und beide tragen zu einer normalen Muskelfunktion bei. Eine gute Kombination ist etwa Lachs (Vitamin D) mit Vollkornreis oder Nüssen (Magnesium).
Zink und Eiweiß: Zink trägt zu einer normalen Eiweißsynthese bei, und Eiweiß, vor allem aus tierischen Lebensmitteln, kann die Aufnahme von Zink im Darm verbessern. Gut kombinierbar sind zum Beispiel Linsen mit Ei oder Hüttenkäse.
Fazit: Eine entzündungsarme, abwechslungsreiche Ernährung ist bei einer Sehnenscheidenentzündung eine sinnvolle Ergänzung zur ärztlichen oder physiotherapeutischen Behandlung. Setzen Sie auf Gemüse, Obst, Omega-3 Quellen und ausreichend Eiweiß, achten Sie auf Vitamin C, Mangan und Zink, und reduzieren Sie stark verarbeitete Lebensmittel, Zucker und Alkohol. So versorgen Sie Ihre Sehnen und Bänder mit wichtigen Bausteinen.
Häufige Fragen zur Ernährung bei Sehnenscheidenentzündung
Kann die Ernährung eine Sehnenscheidenentzündung heilen?
Nein. Eine Sehnenscheidenentzündung braucht vor allem Schonung und gegebenenfalls ärztliche oder physiotherapeutische Behandlung. Die Ernährung kann diese Behandlung aber sinnvoll begleiten, indem sie den Körper mit wichtigen Nährstoffen für Sehnen und Bindegewebe versorgt und entzündungsfördernde Lebensmittel reduziert.
Welche Lebensmittel sollte ich bei einer Sehnenscheidenentzündung meiden?
Vor allem stark verarbeitete Lebensmittel, viel Zucker und Weißmehl, Frittiertes, ein Übermaß an Omega-6 reichen Ölen wie Sonnenblumenöl sowie Alkohol. Sie werden mit erhöhten Entzündungswerten im Körper in Verbindung gebracht.
Ist Ananas bei einer Sehnenscheidenentzündung sinnvoll?
Ananas enthält das Enzym Bromelain, das vor allem als hochdosiertes Präparat untersucht wurde. Ob die Mengen aus der frischen Frucht eine spürbare Wirkung auf Schwellungen haben, ist nicht belegt. Als Teil einer obst- und gemüsereichen Ernährung ist Ananas aber eine gute Wahl.
Ist Magnesium bei einer Sehnenscheidenentzündung sinnvoll?
Magnesium trägt zu einer normalen Muskelfunktion bei. Dass es eine Sehnenscheidenentzündung direkt beeinflusst, ist allerdings nicht belegt. Wer sich ausgewogen ernährt, zum Beispiel mit Nüssen, Vollkornprodukten, Hülsenfrüchten und grünem Gemüse, ist in der Regel gut mit Magnesium versorgt. Treten zusätzlich häufig Muskelkrämpfe auf, lassen Sie das am besten ärztlich abklären.
Welche Nährstoffe sind für die Sehnen und Bänder besonders wichtig?
Vitamin C trägt zu einer normalen Kollagenbildung für eine normale Funktion von Knochen und Knorpel bei, Mangan zu einer normalen Bindegewebsbildung. Dazu kommt ausreichend Eiweiß, denn Sehnen bestehen größtenteils aus Kollagen. LAOLI® V – Sehne enthält Vitamin C und Mangan, ergänzt um Kollagen Typ 1, Glucosamin, Chondroitin und MSM, und wurde gemeinsam mit Sportorthopäde Dr. Ulrich Lanz entwickelt. Zum Produkt
Quellen
1 Calder, P. C. (2017). Omega-3 fatty acids and inflammatory processes: from molecules to man. Biochemical Society Transactions, 45(5), 1105–1115. https://doi.org/10.1042/BST20160474
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