Die Rotatorenmanschette besteht aus vier Muskeln und ihren Sehnen, die das Schultergelenk wie eine Manschette umgeben. Sie halten den Oberarmkopf in der Gelenkpfanne und sorgen für Stabilität sowie einen großen Bewegungsradius der Schulter. Das Rotatorenmanschettensyndrom ist ein Sammelbegriff für Beschwerden durch gereizte, entzündete oder abgenutzte Sehnen der Rotatorenmanschette. Am häufigsten betroffen ist die Supraspinatussehne, die beim Heben des Arms durch einen engen Raum unter dem Schulterdach gleitet. Das Rotatorenmanschettensyndrom ist eine häufige Ursache für Schulterschmerzen und Bewegungseinschränkungen. Es ist wichtig, das Rotatorenmanschettensyndrom frühzeitig zu behandeln, da es unbehandelt eine Schultersteife (Frozen Shoulder) begünstigen oder sogar zu einem Rotatorenmanschettenriss führen kann.

Rotatorenmanschettensyndrom: Was ist und was hilft?

Ursachen des Rotatorenmanschetten­syndroms

  • Über- oder Fehlbelastung: Wiederholte Überkopfarbeiten und sportliche Aktivitäten, die die Schultermuskulatur stark beanspruchen (z.B. das Streichen von Wänden, Elektroarbeiten, Tennis, Schwimmen)
  • Enger Raum unter dem Schulterdach (Impingement): Ist der Raum zwischen Oberarmkopf und Schulterdach verengt, etwa durch Knochenvorsprünge oder eine nach vorne gezogene Haltung, werden die Sehnen beim Heben des Arms eingeklemmt und gereizt
  • Abnutzung und degenerative Veränderungen: Mit zunehmendem Alter, vor allem ab etwa 50 Jahren, verschleißen die Sehnen der Rotatorenmanschette, was das Risiko für Risse und Entzündungen erhöht
  • Unfälle: Plötzliche Stürze, etwa auf den ausgestreckten Arm oder andere Verletzungen können die Sehnen schädigen und das Syndrom auslösen

Typische Symptome sind:

  • Schulterschmerzen bei verschiedenen Bewegungsabläufen, die bis in den Oberarm ausstrahlen können
  • Schmerzen beim seitlichen Anheben des Arms, oft besonders in einem mittleren Bewegungsbereich
  • Schmerzen bei Alltagsbewegungen über Schulterhöhe, z. B. beim Haarekämmen oder Anziehen
  • Schmerzen, die auch in der Nacht auftreten, insbesondere beim Liegen auf der betroffenen Schulter
  • Kraftverlust beim Heben oder Drehen des Arms
  • Eingeschränkte Beweglichkeit der Schulter

Ein plötzlicher, deutlicher Kraftverlust nach einem Sturz kann auf einen Riss hinweisen und sollte rasch ärztlich abgeklärt werden.

    Rotatoren­manschettensyndrom vorbeugen:

    • Körperhaltung optimieren: Beim Gehen oder Sitzen den Rücken gerade und aufrecht halten. Dabei die Schulterblätter regelmäßig nach unten ziehen („in die Hosentaschen stecken“). Dadurch wird die Schultermuskulatur geschont.
    • Überkopfarbeiten reduzieren: Bei wiederholten Überkopfarbeiten oder Überkopfsportarten wie Basketball oder Volleyball sollten Pausen eingelegt werden. Bei Schmerzen sollte auf diese Tätigkeiten möglichst verzichtet werden.
    • Schulterentlastung: Vermeiden Sie es, auf der betroffenen Schulter zu schlafen, um Druck zu mindern.
    • Regelmäßige Bewegung: Sport kann die Muskulatur stärken und die Beweglichkeit fördern.
    • Gezielte Kräftigungsübungen: Übungen zur Stärkung der Rotatorenmanschette und der umliegenden Muskulatur können die Stabilität der Schulter erhöhen. Wie Sehnen auf gezieltes Training reagieren, lesen Sie im Beitrag Sehnentraining.

    Rotatorenmanschetten­syndrom behandeln

    Die Therapie des Rotatorenmanschettensyndroms erfolgt in der Regel konservativ. Zu den Behandlungsmöglichkeiten gehören:
    • Schonen, aber nicht ruhigstellen: Schmerzhafte Überkopfbewegungen vorübergehend meiden, die Schulter aber im schmerzfreien Bereich weiter bewegen. Eine längere Ruhigstellung kann eine Schultersteife begünstigen.
    • Physiotherapie mit Dehn- und Kräftigungsübungen: Sie ist die wichtigste Säule der Behandlung. Gezielte Übungen verbessern die Schulterbeweglichkeit, stärken die Muskulatur und schaffen wieder mehr Platz für die Sehnen unter dem Schulterdach.
    • Kältetherapie: Das Auflegen von Eispackungen hilft, Schmerzen zu lindern.
    • Bandagen und Orthesen: Unterstützen die Schulter und entlasten die Sehnen.
    • Schmerzmittel: Entzündungshemmende Medikamente (z. B. Ibuprofen) können nach ärztlicher Rücksprache kurzfristig Schmerzen lindern.
    • Kortisonspritze: Kann bei starken Schmerzen die Entzündung kurzfristig dämpfen. Da wiederholte Anwendungen die Sehne schwächen können, wird sie zurückhaltend eingesetzt.
    • Eigenbluttherapie: Aufbereitetes Eigenblut (plättchenreiches Plasma) wird in den betroffenen Bereich gespritzt, um die körpereigene Heilung anzuregen.
    • LASER- und Stoßwellentherapie: Sollen die Durchblutung fördern und die Regeneration des Gewebes unterstützen. Gut untersucht ist die Stoßwellentherapie vor allem bei Kalkablagerungen in der Sehne (Kalkschulter).

    Bis die Beschwerden vollständig abgeklungen sind, vergehen häufig drei bis sechs Monate.

    Im Alltag kann man einiges tun, um die Sehnen gesund zu erhalten bzw. um gegenzusteuern, wenn die ersten Schmerzen schon spürbar sind. Hier finden Sie diverse Übungsblätter, um Sehnenschmerzen vorzubeugen

    Übungen für gesunde Sehnen

    Für die Schulter empfehlen wir, die Übungen gemeinsam mit einem Physiotherapeuten oder einer Physiotherapeutin auf Ihre Beschwerden abzustimmen. Für andere häufige Sehnenbeschwerden, etwa an Handgelenk, Ellenbogen oder Ferse, finden Sie in unserem Downloadbereich praktische Übungsblätter als kostenlose PDFs.

    Zu den Übungsblättern

    Wann ist eine Operation notwendig?

    Eine Operation wird in der Regel dann in Betracht gezogen, wenn konservative Behandlungsmethoden keine ausreichende Besserung bringen oder wenn es zu einem vollständigen Riss der Rotatorenmanschette kommt. Anhaltende Schmerzen und starke Bewegungseinschränkungen können ebenfalls Indikatoren für einen operativen Eingriff sein. Bei jüngeren, aktiven Menschen mit einem Riss nach einem Unfall wird oft früher operiert. Verschleißbedingte Risse können dagegen lange Zeit unbemerkt bleiben und werden häufig zunächst konservativ behandelt.

    Nährstoffe und Rotatorenmanschetten­syndrom

    Die Sehnen der Rotatorenmanschette, allen voran die Supraspinatussehne, sind kurz vor ihrem Ansatz am Oberarmknochen vergleichsweise schwach durchblutet und müssen trotzdem bei jeder Armbewegung arbeiten. Daher ist eine gute Versorgung über die Ernährung wichtig:

    • Eiweiß: Sehnen bestehen zu einem großen Teil aus Kollagen, also aus Eiweiß; außerdem trägt Eiweiß zur Erhaltung und Zunahme der Muskelmasse bei. Quellen: Fisch, Eier, Milchprodukte und Hülsenfrüchte.
    • Vitamin C: Trägt zu einer normalen Kollagenbildung für eine normale Funktion von Knochen und Knorpel bei. Quellen: Paprika, Brokkoli und Zitrusfrüchte.
    • Mangan: Trägt zu einer normalen Bindegewebsbildung bei und trägt dazu bei, die Zellen vor oxidativem Stress zu schützen. Quellen: Nüsse, Haferflocken und Vollkornprodukte.

    Mehr dazu lesen Sie im Beitrag Ernährung bei Sehnenscheidenentzündung.

    Wenn Sie Ihre Ernährung gezielt ergänzen möchten: LAOLI® V – Sehne enthält Vitamin C und Mangan sowie Kollagen Typ 1, Glucosamin, Chondroitin und MSM und wurde gemeinsam mit Sportorthopäde Dr. Ulrich Lanz entwickelt.

    Entdecken Sie LAOLI® V – Sehne, ein Nahrungsergänzungsmittel mit Vitamin C, Mangan, Aminosäuren, Kollagen Typ 1, Methylsulfonylmethan, Kurkumaextrakt, Glucosaminsulfat und Chondroitinsulfat.

    LAOLI® V –  Sehne

    Die speziell entwickelte Nährstoffkombination enthält unter anderem Mangan, das zu einer normalen Bindegewebsbildung beiträgt. Zum Bindegewebe gehören auch Sehnen und Bänder.

    Fazit: Das Rotatorenmanschettensyndrom ist eine häufige Ursache für Schulterschmerzen und Bewegungseinschränkungen, die durch Über- oder Fehlbelastung, altersbedingte Abnutzung oder Verletzungen entstehen können. Früherkennung und rechtzeitige Behandlung sind entscheidend, um chronische Schäden wie eine Schultersteife oder einen Sehnenriss zu verhindern. Konservative Therapien wie Physiotherapie mit Kräftigungsübungen, Kältetherapie, Bandagen und entzündungshemmende Medikamente sind oft wirksam. Wer das Rotatorenmanschettensyndrom konsequent behandeln lässt, ist meist nach drei bis sechs Monaten beschwerdefrei. In schweren Fällen, in denen keine Besserung eintritt, kann eine Operation erforderlich sein.

    Häufig gestellte Fragen zum Rotatoren­manschettensyndrom

    Was ist der Unterschied zwischen Rotatoren­manschettensyndrom und Impingement?

    Beim Impingement werden die Sehnen der Rotatorenmanschette unter dem Schulterdach eingeengt. Das ist eine der häufigsten Ursachen für ein Rotatoren­manschettensyndrom, das als Sammelbegriff alle Beschwerden durch gereizte oder abgenutzte Sehnen der Rotatorenmanschette umfasst.

    Soll ich die Schulter bei Schmerzen ruhigstellen?

    Nein, eine längere Ruhigstellung ist meist nicht sinnvoll, da sie eine Schultersteife begünstigen kann. Meiden Sie schmerzhafte Bewegungen, vor allem über Kopf, und bewegen Sie die Schulter im schmerzfreien Bereich weiter. Welche Übungen geeignet sind, klären Sie am besten mit Ihrem Physiotherapeuten oder Ihrer Physiotherapeutin.

    Wie lange dauert es, bis ein Rotatorenmanschetten­syndrom ausgeheilt ist?

    Bei konsequenter konservativer Behandlung sind die meisten Betroffenen nach drei bis sechs Monaten beschwerdefrei. Nach einer Operation dauert die Rehabilitation in der Regel länger.

    Welche Nährstoffe sind für die Sehnen der Schulter wichtig?

    Neben ausreichend Eiweiß tragen Vitamin C und Mangan laut EFSA zu einer normalen Kollagen- bzw. Bindegewebsbildung bei. LAOLI® V – Sehne enthält diese beiden Nährstoffe, ergänzt um Kollagen Typ 1, Glucosamin, Chondroitin und MSM, und wurde gemeinsam mit Sportorthopäde Dr. Ulrich Lanz entwickelt. Zum Produkt