Schmerzen Ihre Handgelenke beim Arbeiten am Computer, bei der Gartenarbeit oder beim Gitarrenspielen? Es könnte eine Sehnenscheidenentzündung sein!
In diesem Beitrag erklären wir, wie Sie eine Sehnenscheidenentzündung behandeln, welche Ursachen und Symptome auftreten und wie Sie vorbeugen können.
Eine Sehnenscheidenentzündung, auch bekannt als Tenosynovitis oder Tendovaginitis, ist ein schmerzhafter Reizzustand oder eine Entzündung der Sehnenscheide. Die Sehnenscheide umhüllt die Sehne wie ein Schlauch, damit sie reibungsarm gleiten kann. Besonders häufig betroffen sind Handgelenk, Unterarm und Daumen. Die Schmerzen entstehen entlang der Sehne, nicht im Gelenk selbst.
Häufige Ursachen sind:
- Monotone, sich wiederholende Bewegungen wie Computerarbeit
- Überlastungen bei Sport und Freizeitaktivitäten
- Fehlende oder falsche Technik bei bestimmten Sportarten oder Tätigkeiten
- Seltener: Bakterielle Infektionen, rheumatische Erkrankungen oder Stoffwechselstörungen
Typische Symptome sind:
- Schmerzen entlang der betroffenen Sehne, die bei Bewegung zunehmen. Sie können stechend oder ziehend sein und auch in Ruhe oder nachts auftreten
- Druckschmerzen
- Schwellungen und Verhärtungen
- Rötungen und Überwärmung im Akutstadium
- Steifheit und eingeschränkte Beweglichkeit
- Schwächegefühl, etwas beim Greifen
- Selten: Knirschende Reibungsgeräusche (Krepitationen) während der Bewegung
Anfangs sind die Beschwerden nicht so ausgeprägt, sie nehmen aber zu, wenn die Belastung weitergeht.
Sehnenscheidenentzündung vorbeugen:
- Regelmäßig Bewegung in den Alltag einbauen
- Abwechslung und Pause bei monotonen Tätigkeiten einplanen. Lässt sich eine Tätigkeit nicht vermeiden: Alle 20 bis 30 Minuten kurz pausieren und Hände und Unterarme lockern.
- Auf die richtige Körperhaltung im Alltag achten
- Hände und Gelenke durch ergonomische Arbeitsmittel und Techniken schonen:
- Bei Computerarbeit die Sitzposition prüfen, das Handgelenk immer wieder schütteln, mit einer ergonomischen Maus arbeiten
- Beim Heimwerken und im Garten: Ergonomische Werkzeuge nutzen und Griffe verdicken, etwa mit Polsterung oder einem dickeren Griffband
- Schwere Werkzeugeund Gegenstände mit beiden Händen heben
- Beim Musizieren die Haltung häufig wechseln
- Beim Sport (z.B. Tennis) bei Bedarf eine Bandage als Stütze verwenden
- Beim Handwerken ergonomische Werkzeuge nutzen
- Die Unterarm- und Handmuskulatur gezielt kräftigen, zum Beispiel mit unserem LAOLI Vital Handtrainer
- Neue Aktivitäten und Trainingsprogramme langsam starten und Pause einplanen
- Vor dem Sport aufwärmen, danach sanft dehnen
Im Alltag kann man einiges tun, um die Sehnen gesund zu erhalten bzw. um gegenzusteuern, wenn die ersten Schmerzen schon spürbar sind.
Hier finden Sie diverse Übungsblätter als PDF-Downloads – inklusive Hinweisen, wie Sie Ihre Sehnen auch über die Nährstoffversorgung unterstützen können.
Ursachen und Risikofaktoren einer Sehnenscheidenentzündung
Meist entsteht eine Sehnenscheidenentzündung durch Überlastung. Folgende Faktoren erhöhen das Risiko:
- Wiederholte, einseitige Bewegungen: Über längere Zeit, ob im Beruf oder im Hobby. Besonders gefährdet sind Büroarbeit, Handwerk, Friseur-, Massage- und Musikberufe sowie Arbeiten mit vibrierenden Geräten wie einer Bohrmaschine.
- Zu schnelle Steigerung: Wer das Training zu schnell steigert oder nach einer längeren Pause gleich wieder voll einsteigt, überfordert die Sehnen. Das betrifft besonders Hobbysportler / Hobbysportlerinnen.
- Falsche Technik und fehlendes Aufwärmen: Fehlerhafte Bewegungsabläufe bei der Arbeit oder beim Sport, etwa bei Tennis, Golf oder Rudern, belasten die Sehnen einseitig.
- Alter und Geschlecht: Mit den Jahren werden Sehnen weniger elastisch. Frauen sind häufiger betroffen.
- Vorerkrankungen: Rheumatoide Arthritis, Gicht, Diabetes und Schilddrüsenerkrankungen erhöhen das Risiko.
- Bestimmte Medikamente: Antibiotika aus der Gruppe der Fluorchinolone (z. B. Ciprofloxacin) und wiederholte Kortisonspritzen können die Sehnen schwächen.
- Ungeeignete Schuhe: Auch im Fußbereich kann eine Sehnenscheidenentzündung auftreten. Schuhe, die den Fuß nicht richtig stützen, begünstigen das.
- Infektionen: Selten gelangen nach einer Verletzung Bakterien wie Streptokokken oder Staphylokokken in die Sehnenscheide.
Sehnenscheidenentzündung behandeln
Bei den ersten Anzeichen ist eine schnelle Reaktion entscheidend. Als erste Maßnahme hat sich die PECH-Regel bewährt:
- Pause: Belastende Tätigkeiten sofort unterbrechen, bis die Schmerzen abklingen. Sehnen brauchen Zeit, um sich zu erholen, haben Sie daher Geduld. Ist ein Sport der Auslöser, können Sie vorübergehend auf eine Sportart ausweichen, die die betroffene Sehne nicht belastet, bei Beschwerden in der Hand zum Beispiel auf Walking oder Laufen.
- Eis: Kühlkompressen oder Eispackungen für etwa 10 Minuten alle 4 bis 6 Stunden auflegen, immer mit einem Tuch als Hautschutz. Die Kälte lindert Schmerzen und Schwellungen.
- Compression: Ein leichter Kompressionsverband verringert die Schwellung.
- Hochlagern: Das erleichtert den Abfluss von Gewebsflüssigkeit und verringert so Schwellungen.
Hausmittel bei Sehnenscheidenentzündung:
Bewährte Hausmittel sind:
- Topfenwickel: Wirken angenehm kühlend
- Apfelessigwickel: Ein Tuch in eine Mischung aus Apfelessig und Wasser tauchen und für etwa 20 Minuten auf die schmerzende Stelle legen
- Arnika- oder Propolissalbe: Werden traditionell bei Prellungen und Reizungen verwendet
- Zinkkleimverband: Kühlt und stüzt die betroffene Stelle.
Hausmittel können die Beschwerden lindern. Werden sie aber nach einigen Tagen nicht besser, sollte ein Arzt / eine Ärztin die genaue Ursache abklären und eine passende Therapie empfehlen.
Weitere Behandlungsoptionen bei anhaltenden Beschwerden
- Schmerzmittel: Entzündungshemmende Wirkstoffe wie Ibuprofen oder Diclofenac lindern Schmerzen und Entzündung, als Salbe, Gel oder Tablette. Tabletten sollten nur kurzzeitig und nach Rücksprache mit Arzt, Ärztin oder Apotheke eingenommen werden.
- Hilfsmittel: Orthesen, Bandagen und Stützen entlasten die Sehnen und reduzieren die Bewegung der betroffenen Körperregion.
- Physiotherapie: Spezielle Techniken und Übungen verbessern die Beweglichkeit und kräftigen die Muskulatur, sobald die akute Phase vorbei ist.
- Kortisonspritzen: Werden direkt in die Sehnenscheide verabreicht und können Entzündung und Schmerzen rasch lindern. Allerdings ist Vorsicht geboten, da wiederholte Injektionen die Sehnen langfristig schwächen können.
- LASER- und Stoßwellentherapie: Werden vor allem beim hartknäckigen Beschwerden eingesetzt.
Nährstoffe und Sehnenscheidenentzündung
Eine ausgewogene, obst- und gemüsereiche Ernährung mit ausreichend Eiweiß ist eine gute Grundlage für gesunde Sehnen. Besonders wichtig sind:
- Eiweiß: Sehnen bestehen zu einem großen Teil aus Kollagen, also aus Eiweiß. Gute Quellen sind mageres Fleisch, Fisch, Eier, Hülsenfrüchte, Nüsse und Milchprodukte.
- Vitamin C: Trägt zu einer normalen Kollagenbildung für eine normale Funktion von Knochen und Knorpel bei und trägt dazu bei, die Zellen vor oxidativem Stress zu schützen. Reich an Vitamin C sind Beeren, Zitrusfrüchte, Paprika und Brokkoli.
- Mangan: Trägt zu einer normalen Bindegewebsbildung bei. Es steckt in Nüssen, Vollkornprodukten und grünem Blattgemüse wie Spinat.
Mehr dazu lesen Sie in unserem Beitrag Ernährung bei Sehnenscheidenentzündung.
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Die speziell entwickelte Nährstoffkombination enthält unter anderem Mangan, das zu einer normalen Bindegewebsbildung beiträgt. Zum Bindegewebe gehören auch Sehnen und Bänder.
Wann ist eine Operation notwendig?
Eine Operation ist nur selten notwendig. Sie kann zum Beispiel sinnvoll sein, wenn die Beschwerden trotz Behandlung über Monate bleiben oder die Sehne, wie beim Schnappfinger, in einer zu engen Sehnenscheide hängen bleibt. Dabei wird die Sehnenscheide geöffnet, damit die Sehne wieder frei gleiten kann. Die Operation erfolgt meist ambulant.
Fazit: Eine Sehnenscheidenentzündung entsteht meist durch Überlastung, also durch wiederholte, einseitige Bewegungen, oft gepaart mit falscher Technik oder Haltung. Im frühen Stadium lässt sie sich mit Schonung, Kühlen und den richtigen Selbsthilfemaßnahmen meist gut zu Hause behandeln. Bessern sich die Beschwerden nach einigen Tagen nicht, lassen Sie sie rasch ärztlich abklären, damit sie nicht chronisch werden. Noch besser ist es, gar nicht erst so weit zu kommen: Regelmäßige Pausen, eine gute Ergonomie und einfache Übungen, wie Sie sie in unseren Übungsblättern finden, helfen beim Vorbeugen.
Häufig gestellte Fragen zur Sehnenscheidenentzündung
Was hilft am schnellsten bei einer Sehnenscheidenentzündung?
Am wichtigsten in der akuten Phase ist die PECH-Therapie: Pause (die belastende Tätigkeit sofort pausieren), Eis (Kühlkompressen für 10 Minuten alle 4–6 Stunden), Compression (leichter Kompressionsverband) und Hochlagern der betroffenen Stelle. Das lindert Schmerzen und reduziert die Schwellung, bevor weitere Schritte nötig sind.
Sollte man eine Sehnenscheidenentzündung kühlen oder wärmen?
In der akuten Phase, wenn die betroffene Stelle schmerzt, geschwollen oder überwärmt ist, ist Kühlen die bessere Wahl. Legen Sie eine Kühlkompresse oder ein in ein Tuch gewickeltes Kühlpack für etwa 10 Minuten auf, nie Eis direkt auf die Haut. Wärme kann dagegen sinnvoll sein, wenn die akuten Beschwerden abgeklungen sind, zum Beispiel um verspannte Muskeln im Unterarm zu lockern. Sind Sie unsicher, besprechen Sie das am besten mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin.
Wie kann ich eine Sehnenscheidenentzündung im Büroalltag vermeiden?
Regelmäßige Pausen bei monotonen Bewegungen wie Computerarbeit sind entscheidend, am besten alle 20 bis 30 Minuten. Schütteln Sie das Handgelenk zwischendurch aus, prüfen Sie Sitzposition und Handhaltung und verwenden Sie wenn möglich eine ergonomische Maus. Auch eine gute Körperhaltung im Alltag beugt Beschwerden spürbar vor.
Welche Nährstoffe sind bei einer Sehnenscheidenentzündung wichtig?
Eine ausgewogene, obst- und gemüsereiche Ernährung mit ausreichend Eiweiß ist eine gute Grundlage. Vitamin C trägt zu einer normalen Kollagenbildung für eine normale Funktion von Knochen und Knorpel bei, Mangan zu einer normalen Bindegewebsbildung. LAOLI® V – Sehne enthält Vitamin C und Mangan, ergänzt um Kollagen Typ 1, Glucosamin, Chondroitin und MSM, und wurde gemeinsam mit Sportorthopäde Dr. Ulrich Lanz entwickelt. Zum Produkt
Wie lange dauert die Heilung einer Sehnenscheidenentzündung?
Das ist individuell unterschiedlich. Im frühen Stadium reagiert eine Sehnenscheidenentzündung oft gut auf Schonung und die genannten Selbsthilfemaßnahmen. Halten die Beschwerden trotzdem an oder verschlimmern sie sich, sollte rasch ärztlicher Rat eingeholt werden, da eine unbehandelte Sehnenscheidenentzündung chronisch werden kann.