Daumen- und Handschmerzen durch häufige Handy-Nutzung

Der allgegenwärtige Gebrauch von Smartphones hat zu einem Phänomen geführt, das oft als „Handy-Daumen“ bezeichnet wird. Beim Tippen wird der Daumen oft quer über das Display gestreckt, um Buchstaben und Zeichen zu erreichen. Dieses schnelle und häufige Tippen kann die Sehnen des Daumens überlasten und eine Sehnenscheidenentzündung begünstigen.

Smartphones sind aus unserem Alltag kaum mehr wegzudenken: Sie werden nicht nur beruflich verwendet, sondern auch, um zahlreiche Beiträge, Meinungen und Bilder auf Social Media zu posten, den Terminkalender stets zu aktualisieren, schnell den Einkauf zu erledigen oder eine Tabellenkalkulation zu erstellen. Das klingt sehr praktisch, gibt unseren Händen und Fingern, besonders dem Daumen, aber keine Pause.

Was macht den Daumen so besonders?

Die beeindruckende Beweglichkeit unseres Daumens ist auf die besondere Gestaltung des Daumensattelgelenks zurückzuführen. Es ermöglicht uns, den Daumen Richtung Kleinfinger zu bewegen und daher gleichzeitig das Handy zu halten und über den Bildschirm zu wischen.

Dieser Dauerstress mit häufigen, schnellen und sich wiederholenden Bewegungen ist eine große Herausforderung für den Daumen und kann seine Sehnen überlasten und Schmerzen verursachen.

Wie erkennt man einen Handy-Daumen?

Der Ausdruck „Handy-Daumen“ ist keine medizinische Diagnose, sondern beschreibt eher die Ursache der Überlastung. Meist steckt eine Reizung oder Entzündung der Sehnenscheiden an der Daumenseite des Handgelenks dahinter (Tendovaginitis de Quervain). Typische Anzeichen sind:

  • Schmerzen: An der Daumenseite des Handgelenks, die bis in den Daumen oder den Unterarm ausstrahlen können
  • Beschwerden bei Belastung: Vor allem beim Greifen, Tippen oder Drehen, zum Beispiel beim Öffnen eines Glases
  • Schwellung: Eine leichte Schwellung über den betroffenen Sehnen, manchmal ein Knirschen bei Bewegung

Die Beschwerden können von einem anfänglichen unangenehmen Ziehen bis hin zu starken Handschmerzen reichen.

Ärzte und Ärztinnen prüfen den Verdacht oft mit einem einfachen Test: Der Daumen wird in die Handfläche gelegt, die Finger schließen sich darüber und die Hand wird Richtung Kleinfinger gekippt. Schmerzt das deutlich an der Daumenseite, spricht vieles für eine Reizung der Daumensehnen. Werden die Sehnen nicht geschont, kann die Überlastung zu einer chronischen Sehnenscheidenentzündung führen.

Was hilft gegen den Handy-Daumen?

Wenn Sie beim Tippen und Surfen einen leichten Schmerz spüren, sollten Sie den Daumen sofort entlasten, Pausen einlegen und regelmäßig Lockerungs- und Dehnübungen durchführen.

Diese Tipps helfen im Alltag:

  • Beide Hände nutzen: Halten Sie das Handy mit beiden Händen und tippen Sie mit beiden Daumen, so muss sich ein Daumen nicht übermäßig strecken.
  • Sprachfunktion verwenden: Diktieren Sie längere Nachrichten oder schicken Sie eine Sprachnachricht.
  • Handy abstützen: Legen Sie das Handy beim Lesen auf den Tisch oder stützen Sie die Hand ab.
  • Bewusst Pausen machen: Legen Sie das Handy öfter bewusst zur Seite.

Bessern sich die Beschwerden trotz Schonung nach ein bis zwei Wochen nicht, schwillt die Daumenseite an oder schmerzt es auch in Ruhe, lassen Sie Ihre Hand ärztlich abklären. Mehr zur Behandlung lesen Sie auf unserer Seite Sehnenscheidenentzündung.

Übungen zur Lockerung und Kräftigung der Daumenmuskulatur

Die folgenden Übungen eignen sich zur Vorbeugung und nach Abklingen der akuten Beschwerden. Führen Sie sie nur so weit durch, wie es schmerzfrei möglich ist.

1. Triggerpunkt im Daumenballen lösen

Handy-Daumen: Sehnenscheidenentzündung des Daumens. Tipps und Übungen

Suchen Sie mit dem Daumen der anderen Hand im Daumenballen, also im fleischigen Teil unterhalb des Daumens, nach einem druckempfindlichen Punkt. Drücken Sie diesen Punkt mit mäßigem Druck für etwa 30 bis 90 Sekunden bzw. bis der Schmerz spürbar nachlässt.

2. Dehnen der kurzen Daumenmuskulatur (Daumenballen)

Handy-Daumen: Sehnenscheidenentzündung am Daumen. Tipps und Übungen zur Vorbeugung

Strecken Sie eine Hand mit leicht gespreizten Fingern aus. Haken Sie den Zeigefinger der anderen Hand um den Daumen und ziehen Sie ihn sanft nach hinten, weg von der Handfläche, bis Sie im Daumenballen einen leichten Zug spüren. Halten Sie die Dehnung 20 bis 30 Sekunden und wiederholen Sie die Übung dreimal.

3. Kräftigung der kurzen Daumenmuskulatur (Daumenballen)

Handy-Daumen mit Tipps und Übungen vorbeugen: Was tun gegen einer Sehnenscheidenentzündung des Daumens

Legen Sie die Kuppen von Daumen und Zeigefinger derselben Hand aneinander, sodass ein Kreis entsteht (wie beim „OK“-Zeichen). Die übrigen Finger bleiben locker gestreckt. Drücken Sie die beiden Fingerkuppen etwa 30 Sekunden lang fest aber schmerzfrei gegeneinander. Lösen Sie den Druck danach langsam und wiederholen Sie die Übung dreimal.

Weitere Übungen für Hand und Handgelenk finden Sie in unserem Beitrag Handgelenkschmerzen und in unseren Übungsblättern.

Im Alltag kann man einiges tun, um die Sehnen gesund zu erhalten bzw. um gegenzusteuern, wenn die ersten Schmerzen schon spürbar sind. Hier finden Sie diverse Übungsblätter, um Sehnenschmerzen vorzubeugen

Übungen für gesunde Sehnen

Im Alltag kann man einiges tun, um die Sehnen gesund zu erhalten bzw. um gegenzusteuern, wenn die ersten Schmerzen schon spürbar sind.

Hier finden Sie diverse Übungsblätter als PDF-Downloads – inklusive Hinweisen, wie Sie Ihre Sehnen auch über die Nährstoffversorgung unterstützen können.

Zu den Übungsblättern

Auch die Ernährung spielt eine Rolle

Sehnen bestehen zum Großteil aus Kollagen und für dessen Bildung braucht der Körper die passenden Nährstoffe. Welche das sind und in welchen Lebensmitteln sie stecken, lesen Sie weiter unten in den häufig gestellten Fragen und in unserem Beitrag Ernährung bei Sehnenscheidenentzündung.

Wenn Sie Ihre Ernährung gezielt ergänzen möchten: LAOLI® V – Sehne enthält Vitamin C und Mangan sowie Kollagen Typ 1, Glucosamin, Chondroitin und MSM und wurde gemeinsam mit Sportorthopäde Dr. Ulrich Lanz entwickelt.

Entdecken Sie LAOLI® V – Sehne, ein Nahrungsergänzungsmittel mit Vitamin C, Mangan, Aminosäuren, Kollagen Typ 1, Methylsulfonylmethan, Kurkumaextrakt, Glucosaminsulfat und Chondroitinsulfat.

LAOLI® V –  Sehne

Die speziell entwickelte Nährstoffkombination enthält unter anderem Mangan, das zu einer normalen Bindegewebsbildung beiträgt. Zum Bindegewebe gehören auch Sehnen und Bänder.

Fazit: Der Handy-Daumen ist eine typische Überlastung unserer Zeit. Wer auf erste Warnzeichen achtet, regelmäßig Pausen einlegt, beim Tippen beide Hände nutzt und die Daumenmuskulatur mit einfachen Übungen lockert und kräftigt, kann das Risiko für eine Sehnenscheidenentzündung am Daumen senken. Halten die Beschwerden trotzdem an, sollten Sie sie ärztlich abklären lassen.

Häufig gestellte Fragen zum Handy-Daumen

Was ist ein Handy-Daumen?

Handy-Daumen ist die umgangssprachliche Bezeichnung für Schmerzen am Daumen und an der Daumenseite des Handgelenks, die durch häufiges Tippen und Wischen am Smartphone entstehen. Meist steckt eine Reizung oder Entzündung der Sehnenscheiden dahinter, medizinisch Tendovaginitis de Quervain genannt.

Wie lange dauert ein Handy-Daumen?

Wird der Daumen früh geschont, klingen die Beschwerden oft innerhalb weniger Wochen ab. Wird er weiter stark belastet, kann die Sehnenscheidenentzündung chronisch werden und mehrere Monate andauern.

Wann sollte ich mit einem Handy-Daumen zum Arzt / zur Ärztin?

Wenn die Schmerzen trotz Schonung nach ein bis zwei Wochen nicht besser werden, die Daumenseite des Handgelenks anschwillt, es auch in Ruhe oder nachts schmerzt oder Sie kaum noch greifen können.

Welche Nährstoffe brauchen die Sehnen in Daumen und Hand?

Sehnen bestehen zum Großteil aus Kollagen. Vitamin C trägt zu einer normalen Kollagenbildung für eine normale Funktion von Knochen und Knorpel bei, Mangan zu einer normalen Bindegewebsbildung. Gute Quellen sind Paprika, Brokkoli und Zitrusfrüchte (Vitamin C) sowie Haferflocken, Nüsse und Vollkornprodukte (Mangan). LAOLI® V – Sehne enthält diese beiden Nährstoffe, ergänzt um Kollagen Typ 1, Glucosamin, Chondroitin und MSM, und wurde gemeinsam mit Sportorthopäde Dr. Ulrich Lanz entwickelt. Zum Produkt.