Sehnenbeschwerden und TCM: Gesundheit durch Balance von Leber, Nieren und Qi
Wer schon länger mit hartnäckigen Sehnenbeschwerden zu kämpfen hat, blickt irgendwann gerne auch über den Tellerrand der Schulmedizin hinaus, zum Beispiel auf die Traditionelle Chinesische Medizin (TCM).
Die TCM betrachtet den menschlichen Körper als ein eng miteinander verbundenes System (Mikrokosmos), in dem alle Körperteile, Organe und Organsysteme durch Energiebahnen (Meridiane) miteinander verknüpft sind.
Gesundheit wird in der TCM als Harmonie und Gleichgewicht der Energien im Körper verstanden, wodurch auch die Harmonie zwischen Mensch und Natur (Makrokosmos) erreicht wird. Ein ausgeglichener Lebensstil unterstützt laut TCM dieses Gleichgewicht und damit auch die Gesundheit der Sehnen und Bänder.
Die Rolle von Sehnen und Bändern bei Sehnenbeschwerden in der TCM
Sehnen und Bänder sind für Beweglichkeit und Stabilität des Bewegungsapparates entscheidend. In der TCM stehen sie in enger Verbindung zu bestimmten Organen, Energien und Nährstoffen, die ihren Zustand beeinflussen. Eine zentrale Rolle spielen dabei die Leber und die Nieren.
Verbindung der Sehnen mit Organen in der TCM
Nach der TCM Lehre ist die Leber für die Energieverteilung im Körper zuständig und speichert das Blut, das die Sehnen nährt:
- Ein Mangel an Leberblut führt laut TCM zu steifen, schwachen oder schmerzhaften Sehnen und macht sie anfälliger für Beschwerden wie Sehnenscheidenentzündungen. Als typische Zeichen eines Leberblutmangels gelten in der TCM brüchige, blasse Nägel sowie Muskelkrämpfe oder Taubheitsgefühle in Armen und Beinen.
- Ist Genügend Blut in der Leber, zeigt sich das laut TCM in elastischen Sehnen und gesunden, flexiblen, rosafarbenen Nägeln.
Auch das Nieren-Qi spielt eine wichtige Rolle: Die Nieren speichern nach der TCM die Lebensessenz (Jing), die Knochen, Bänder und Sehnen stärkt. Ein Jing-Mangel kann aus Sicht der TCM zu einer Schwächung des Gewebes führen, auch der Sehnen.
Die Fünf Elemente Lehre und die Sehnen
Ein zentrales Konzept der TCM ist die Lehre der fünf Elemente (Wu Xing): Holz, Feuer, Erde, Metall und Wasser. Jedes Element ist einem Organsystem, einer Jahreszeit und bestimmten Körperstrukturen zugeordnet.
Sehnen und Bänder werden dem Holz Element zugeordnet, demselben Element wie die Leber. Das Holz Element steht in der TCM für Wachstum, Flexibilität und Bewegung, ähnlich einem jungen Baum, der sich im Wind biegt, ohne zu brechen. Es ist außerdem mit dem Frühling verbunden, der Jahreszeit des Aufbruchs und der Dehnung.
Ist das Holz Element im Gleichgewicht, zeigt sich das laut TCM in geschmeidigen, belastbaren Sehnen und einer guten Beweglichkeit der Gelenke. Gerät es aus dem Gleichgewicht, etwa durch Stress, der laut TCM ebenfalls die Leber belastet, kann sich das in Steifheit, Verspannung oder eingeschränkter Beweglichkeit äußern.
Diese Sichtweise erklärt auch, warum die TCM bei Sehnenbeschwerden nicht isoliert auf die betroffene Stelle schaut, sondern auch Faktoren wie Stress, Schlaf und emotionales Gleichgewicht mitberücksichtigt.
Energiefluss und Sehnenbeschwerden in der TCM
Der ungehinderte Energiefluss durch die Meridiane (energetische Leitbahnen) ist in der TCM entscheidend für die Gesundheit der Sehnen. Blockaden von Qi oder Blut in bestimmten Meridianen können nach dieser Vorstellung zu Schmerzen, Steifheit, Sehnenscheidenentzündungen oder sogar zu Verletzungen der Sehnen führen. Therapieformen wie Akupunktur oder Tuina-Massage setzen an Faszien, Muskeln, Sehnen, Bändern und Gelenken an; sie sollen solche Blockaden lösen und den Energiefluss fördern.
Ernährung aus Sicht der TCM
Eine ausgewogene Ernährung spielt in der TCM eine zentrale Rolle, um Leber und Nieren zu unterstützen und Sehnenbeschwerden vorzubeugen. Häufig empfohlen werden:
- Schwarzer Sesam: Gilt in der TCM als nährend für Leber und Nieren, soll die Geschmeidigkeit der Sehnen fördern und das Yin stärken.
- Goji Beeren: Werden in der TCM zur Stärkung der Leber und zur Förderung der Blutversorgung eingesetzt.
- Knochenbrühe: Gilt in der TCM als besonders nährend. Sie liefert Gelatine (gekochtes Kollagen) und Mineralstoffe; dass sie die Sehnen direkt stärkt, ist wissenschaftlich allerdings nicht belegt.
- Dong Quai (Angelica sinensis): Eine Heilpflanze, die in der TCM das Blut nähren und die Sehnen geschmeidig halten soll. Sie gehört eher in die Kräutertherapie als auf den täglichen Speiseplan.
- Vitamin-C reiches Obst und Gemüse: Hier treffen sich TCM und Ernährungswissenschaft; Vitamin C trägt zu einer normalen Kollagenbildung für eine normale Funktion von Knochen und Knorpel bei.
Bitte beachten Sie: Dong Quai und Goji Beeren können die Wirkung blutverdünnender Medikamente verstärken, wie eine Übersichtsarbeit im Singapore Medical Journal¹ beschreibt. Wenn Sie solche Medikamente einnehmen, sprechen Sie vorher mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. In der Schwangerschaft sollte Dong Quai nicht eingenommen werden.
Wenn Sie Ihre Ernährung gezielt ergänzen möchten: LAOLI® V – Sehne enthält Vitamin C und Mangan sowie Kollagen Typ 1, Glucosamin, Chondroitin und MSM und wurde gemeinsam mit Sportorthopäde Dr. Ulrich Lanz entwickelt.
LAOLI V – Sehne
Die speziell entwickelte Nährstoffkombination unterstützt die Bildung und Regeneration des Bindegewebes, zu dem auch Sehnen und Bänder gehören.
Wichtig zu wissen: TCM Methoden werden hier als ergänzender, traditioneller Ansatz vorgestellt, nicht als Ersatz für eine schulmedizinische Diagnose oder Behandlung. Bei anhaltenden oder starken Beschwerden sollte immer zusätzlich ärztlicher Rat eingeholt werden.
Behandlung von Sehnenbeschwerden in der TCM
Zur Behandlung von Sehnenbeschwerden und Sehnenscheidenentzündungen setzt die TCM auf verschiedene Therapieformen, die den Qi-Fluss verbessern und die Selbstheilungskräfte des Körpers anregen sollen. Dazu gehören:
- Akupunktur: Wird eingesetzt, um durch die gezielte Stimulation von Akupunkturpunkten Schmerzen zu lindern und den Heilungsprozess zu unterstützen.
- Moxibustion: Erwärmt Akupunkturpunkte und soll den Qi- und Blutfluss fördern.
- Schröpfen: Soll die Durchblutung verbessern und das Gewebe lockern.
- Kräutertherapie: Nutzt Heilpflanzen wie Dong Quai, die in der TCM zur Stärkung von Leber und Sehnen eingesetzt werden, am besten unter Anleitung eines TCM Therapeuten / einer TCM Therapeutin.
- Ernährung: Nährstoffreiche Lebensmittel wie die oben genannten sollen die Sehnen von innen versorgen.
- Qi Gong: Sanfte Bewegungsübungen, die Beweglichkeit und Energiefluss fördern sollen.
Zwei einfache Selbsthilfe Impulse für zuhause
Akupressurpunkt LI4 (Hegu): Dieser Punkt liegt in der Vertiefung zwischen Daumen und Zeigefinger. In der TCM gilt er als vielseitiger Punkt zur Unterstützung des Energieflusses in Hand und Unterarm. Drücken Sie ihn etwa ein bis zwei Minuten lang sanft, am besten entspannt im Sitzen. In der Schwangerschaft wird traditionell davon abgeraten, diesen Punkt zu stimulieren.
Wenn Sie Akupressur regelmäßig und großflächiger anwenden möchten, ist die LAOLI Vital Akupressurmatte eine einfache Möglichkeit für zuhause.
Einfache Qi Gong Bewegung fürs Handgelenk: Lassen Sie die Hand langsam kreisen, erst in die eine, dann in die andere Richtung, jeweils 8 bis 10 Wiederholungen, und atmen Sie dabei bewusst und ruhig. Laut TCM regt diese Bewegung den Energiefluss an; sie eignet sich gut als kurze Pause zwischendurch, etwa bei der Büroarbeit.
Für gezielte Bewegungsübungen für Hand, Handgelenk und Unterarm eignet sich auch der LAOLI Vital Handtrainer – am besten in beschwerdefreien Phasen.
Im Alltag kann man einiges tun, um die Sehnen gesund zu erhalten bzw. um gegenzusteuern, wenn die ersten Schmerzen schon spürbar sind.
Hier finden Sie diverse Übungsblätter als PDF-Downloads – inklusive Hinweisen, wie Sie Ihre Sehnen auch über die Nährstoffversorgung unterstützen können.
Fazit: In der TCM spielen Sehnen und Bänder eine bedeutende Rolle für die Gesundheit und das Gleichgewicht des Körpers. Ihre Stärke und Flexibilität hängen laut TCM eng mit den Funktionen von Leber und Nieren zusammen. Ein ausgewogener Lebensstil mit nährstoffreicher Ernährung, Bewegung und Entspannung gilt dabei als Grundlage für gesunde Sehnen. Bei Sehnenbeschwerden und Sehnenscheidenentzündungen können TCM Methoden wie Akupunktur, Qi Gong oder Kräutertherapie eine ergänzende Rolle spielen, als Begleitung, nicht als Ersatz für eine ärztliche Abklärung.
Häufig gestellte Fragen zu Sehnenbeschwerden und TCM
Kann TCM bei einer Sehnenscheidenentzündung helfen?
Aus Sicht der TCM können Methoden wie Akupunktur, Moxibustion oder Kräutertherapie den Energiefluss unterstützen und Beschwerden lindern. Am besten werden sie ergänzend zu einer schulmedizinischen Abklärung eingesetzt, insbesondere wenn die Beschwerden anhalten oder stark sind.
Welche Lebensmittel stärken laut TCM die Sehnen?
In der TCM stehen Leber und Nieren in engem Zusammenhang mit der Versorgung und Flexibilität der Sehnen. Empfohlen werden unter anderem schwarzer Sesam und Goji Beeren zur Stärkung von Leber und Nieren sowie Knochenbrühe. Mit der Ernährungswissenschaft überschneidet sich die Empfehlung für Vitamin-C reiches Obst und Gemüse: Vitamin C trägt zu einer normalen Kollagenbildung bei.
Was ist der Unterschied zwischen TCM und schulmedizinischer Behandlung bei Sehnenbeschwerden?
Die TCM betrachtet Sehnenbeschwerden im Zusammenhang mit dem Energiefluss und der Funktion von Leber und Nieren, während die Schulmedizin Ursachen wie Überlastung oder Entzündung direkt behandelt. Beide Ansätze schließen sich nicht aus, viele Betroffene kombinieren gezielte Ernährung und Bewegung mit einer schulmedizinischen Behandlung.
Welche Nährstoffe sind für die Sehnen zusätzlich zur TCM Ernährung wichtig?
Neben den traditionellen TCM Lebensmitteln tragen Vitamin C und Mangan laut EFSA zu einer normalen Kollagen- bzw. Bindegewebsbildung bei. LAOLI® V – Sehne enthält diese beiden Nährstoffe, ergänzt um Kollagen Typ 1, Glucosamin, Chondroitin und MSM, und wurde gemeinsam mit Sportorthopäde Dr. Ulrich Lanz entwickelt. Zum Produkt
Quellen
1 Chua, Y. T.; Ang, X. L.; Zhong, X. M. & Khoo, K. S. (2015). Interaction between warfarin and Chinese herbal medicines. Singapore Medical Journal, 56(1), 11–18. https://doi.org/10.11622/smedj.2015004