Der sogenannte Skidaumen ist eine Verletzung des Seitenbandes am Daumengrundgelenk, genauer des Bandes auf der Seite zum Zeigenfinger hin (ulnares Seitenband). Es handelt sich um einen Riss oder eine Überdehnung des Bandes, das für die Stabilität des Daumens verantwortlich ist.

Diese Verletzung ist eine typische Wintersportverletzung, die aber auch als Folge eines normalen Sturzes im Alltagsleben passieren kann.

Ursachen des Skidaumens

Die häufigste Ursache für einen Skidaumen ist ein Sturz, bei dem der Daumen gewaltsamn nach außen, also weg von der Hand, gebogen wird. Besonders gefährdet sind Skifahrer und Skifahrerinnen, die bei einem Sturz am Hang mit dem Daumen im Griff oder in der Schlaufe des Skistocks hängenbleiben. Das kann zu einer Überdehnung oder sogar zu einem Riss des Bandes am Daumengrundgelenk führen.

Diese Verletzung kann aber auch bei anderen Sportarten wie Ballspielen oder bei Stürzen im Haushalt auftreten, zum Beispiel wenn man mit ausgestrecktem Arm und abgespreitzem Daumen auf die Hand fällt.

Wie erkenne ich einen Skidaumen?

Typische Symptome sind:

  • Schmerzen an der Innenseite des Daumengrundgelenks, also auf der Seite zum Zeigefinger, besonders beim Bewegen oder Greifen
  • Schwellung: Oft mit einem Bluterguss am Daumengrundgelenk
  • Kraftverlust: Der Daumen lässt sich nicht mehr kräftig gegen den Zeigefinger drücken
  • Greifschwierigkeiten: Zum Beispiel beim Aufdrehen einer Flasche oder beim Halten eines Glases
  • Instabilität: Der Daumen fühlt sich wackelig an, oft verbunden mit einem Gefühl der Unsicherheit bei alltäglichen Handbewegungen

Es ist nicht immer einfach, einen Skidaumen zu erkennen, weil die Symptome anfangs wie eine einfache Prellung aussehen können. Ein klarer Hinweis auf eine Bandverletzung ist jedoch die Instabilität des Daumens. Um die genaue Schwere der Verletzung festzustellen, ist eine ärztliche Untersuchung notwendig. Meist wird zuerst geröntgt, um einen knöchernen Ausriss auszuschließen, danach prüft der Arzt oder die Ärztin die Stabilität des Bandes. Zusätzlich kann ein Ultraschall oder eine MRT helfen.

Übrigens: Schmerzt der Daumen ohne Sturz, etwa nach viel Tippen am Smartphone, steckt meist keine Bandverletzung dahinter, sondern eine Reizung der Sehnen. Mehr dazu lesen Sie in unserem Beitrag Handy-Daumen.

    Therapie

    Der Skidaumen lässt sich konservativ oder operativ behandeln:

    Konservativ: Bei einer Überdehnung oder einem teilweisen Riss des Bandes wird der Daumen etwa vier Wochen lang mit einer Schiene, Orthese oder einem Gipsverband ruhiggestellt. In dieser Zeit ist es entscheidend, die Schiene konsequent zu tragen, damit das Band gut heilen kann. Danach wird das Gelenk schrittweise wieder bewegt und belastet.

    Operativ: Bei einem vollständigen Riss oder wenn das Band ein Knochenstück mit ausgerissen hat, das sich verschoben hat, sollte der Daumen rasch operiert werden. Bei einem vollständigen Riss kann sich das abgerissene Bandende außerdem unter eine Sehnenplatte schlagen (Stener-Läsion) und dann nicht mehr von selbst anwachsen. Während der Operation wird das Band wieder an seinem ursprünglichen Ansatz befestigt. Danach wird der Daumen für etwa sechs Wochen in einer kleinen Kunststoffschiene ruhiggestellt. Bereits in dieser Zeit sollte man mit Physiotherapie beginnen, um das Endgelenk des Daumens beweglich zu halten. Nach etwa drei Monaten ist in der Regel eine volle Belastung des Daumens wieder möglich.

      Ist ein Skidaumen vermeidbar?

      Obwohl ein Skidaumen nicht immer verhindert werden kann, gibt es einige Maßnahmen, um das Verletzungsrisiko zu verringern:

      • Aufwärmen: Bereitet Gelenke und Bänder auf die bevorstehende Belastung vor.
      • Richtige Technik beim Skifahren: Halten Sie die Skistöcke locker und lassen Sie sie bei einem Sturz frühzeitig los. Skistöcke ohne Schlaufe oder mit Sicherheitsauslösung verringern das Risiko, mit dem Daumen hängenzubleiben.
      • Pausen einlegen: Erschöpfung und Unachtsamkeit erhöhen das Verletzungsrisiko. Bei Müdigkeit sollten Sie die sportliche Aktivität beenden.
      • Handschuhe mit Daumenschutz: Es gibt spezielle Handschuhe mit integriertem Daumenschutz, die die Verletzungsgefahr beim Skifahren verringern.

      Wie Sie Ihre Beine und Ihren Körper gezielt auf die Skisaison vorbereiten, lesen Sie in unserem Beitrag Schranzhocke & Skigymnastik.

        Auch die Ernährung spielt eine Rolle

        Bänder bestehen zum Großteil aus Kollagen. Neben der richtigen Behandlung ist daher eine gute Versorgung über die Ernährung wichtig:

        Vitamin C trägt zu einer normalen Kollagenbildung für eine normale Funktion von Knochen und Knorpel bei, Mangan zu einer normalen Bindegewebsbildung. Für die Knochen werden Kalzium und Vitamin D benötigt, die beide zur Erhaltung normaler Knochen beitragen.

        Gute Quellen sind Paprika und Zitrusfrüchte (Vitamin C), Nüsse und Vollkornprodukte (Mangan) sowie Milchprodukte (Kalzium) und fetter Fisch (Vitamin D).

        Wenn Sie Ihre Ernährung gezielt ergänzen möchten: LAOLI® V – Sehne enthält Vitamin C und Mangan sowie Kollagen Typ 1, Glucosamin, Chondroitin und MSM und wurde gemeinsam mit Sportorthopäde Dr. Ulrich Lanz entwickelt.

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        Die speziell entwickelte Nährstoffkombination enthält unter anderem Mangan, das zu einer normalen Bindegewebsbildung beiträgt. Zum Bindegewebe gehören auch Sehnen und Bänder.

        Fazit: Der Skidaumen ist eine typische Wintersportverletzung, die oft unterschätzt wird, weil sie anfangs wie eine Prellung wirkt. Ist der Daumen nach einem Sturz geschwollen, schmerzhaft oder wackelig, lassen Sie ihn rasch ärztlich untersuchen, denn ein vollständiger Riss sollte zeitnah operiert werden. Wer die Skistöcke locker hält und beim Sturz rechtzeitig loslässt, senkt das Risiko deutlich.

        Häufig gestellte Fragen zum Skidaumen

        Kann man mit einem Skidaumen weiter Skifahren?

        Davon ist abzuraten. Die Verletzung beeinträchtigt die Stabilität und Kraft des Daumens, was die Kontrolle über die Skistöcke und die Handfunktion stark einschränkt. Ein weiterer Sturz kann die Verletzung zudem verschlimmern. Die gute Nachricht: Nach vollständiger Heilung ist eine Rückkehr auf die Piste problemlos möglich.

        Wie lange dauert die Heilung eines Skidaumens?

        Bei einer Überdehnung oder einem Teilriss wird der Daumen etwa vier Wochen ruhiggestellt, nach einer Operation etwa sechs Wochen. Voll belastbar ist der Daumen in der Regel nach etwa drei Monaten.

        Muss ein Skidaumen operiert werden?

        Nicht immer. Eine Überdehnung oder ein Teilriss heilt meist mit einer Schiene gut aus. Bei einem vollständigen Riss oder einem verschobenen knöchernen Ausriss wird dagegen meist operiert, weil das Band sonst nicht stabil anwachsen kann.